Garniſon Minden

Königreich Preußen
Heeresstandort

Königreich

Preußen

Truppengattung

Heer

Koordinaten

52.2881° N, 8.9169° O

Heutiger Name

Minden

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Über die Garniſon Minden

Minden an der Weser gehörte seit dem Westfälischen Frieden von 1648 zum brandenburgisch-preußischen Machtbereich und wurde zu einer Festungsstadt ausgebaut. Nach dem Wiener Kongress von 1814/15 ließ König Friedrich Wilhelm III. die Stadt als Weserfestung neu befestigen; sie sollte den Übergang an der Porta Westfalica sichern und die westlichen Provinzen Preußens decken. Zugleich war Minden von 1816 bis 1947 Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks in der preußischen Provinz Westfalen und damit ein Verwaltungsmittelpunkt der Region. Aus dieser Doppelrolle als Festungs- und Behördenstadt erklärt sich die bauliche Prägung, die die Stadt bis in das Kaiserreich behielt.

Die militärische Bedeutung der Festung nahm im Verlauf des 19. Jahrhunderts ab. Mit dem Reichsgesetz vom 30. Mai 1873 wurde die Aufhebung der Festung Minden angeordnet; mit Ablauf des Jahres 1874 schied der letzte Festungskommandant aus, und die Stadtmauern wurden ab 1879 geschleift. Die Entfestigung schuf Raum für Stadterweiterungen und für den Ausbau der Verkehrsanlagen. Auf den freigewordenen Flächen entstanden Wohn- und Verwaltungsviertel, die den engen mittelalterlichen Kern entlasteten und der wachsenden Bevölkerung Platz boten.

Trotz der Aufgabe des Festungsstatus blieb Minden Garnisonsstadt. Im Frieden lag hier das Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15, das nach 1877 mit allen drei Bataillonen in Minden zusammengezogen war. Das Regiment unterstand der 26. Infanterie-Brigade und gehörte über die 13. Division zum VII. Armee-Korps mit dem Kommando in Münster. Die drei Bataillone waren auf verschiedene Kasernen verteilt: das I. Bataillon in der Marienwallkaserne, das II. Bataillon in der Defensionskaserne und das III. Bataillon in der Bahnhofskaserne.

Neben der Infanterie war Minden Standort der Feldartillerie. Das 1899 aufgestellte Mindensche Feldartillerie-Regiment Nr. 58 lag mit seinen Abteilungen in der Stadt, unter anderem in den Anlagen an der Artilleriestraße. Das Regiment gehörte zur 13. Feldartillerie-Brigade und damit ebenfalls zur 13. Division des VII. Armee-Korps. Mit Infanterie und Feldartillerie stellte Minden 1914 einen festen Baustein im Aufmarschgefüge des westfälischen Korps dar.

Von den militärischen Bauten und den älteren Festungswerken ist ein erheblicher Bestand erhalten. Die Defensionskaserne von 1829 gilt als frühes Zeugnis des preußischen Klassizismus in Minden; sie diente bis 1945 verschiedenen Regimentern als Unterkunft, danach bis 1994 der britischen Armee und beherbergt seit 1999 das heutige LWL-Preußenmuseum am Simeonsplatz. Von den drei Eisenbahn-Forts, die den 1847 errichteten Bahnhof deckten, ist Fort C vollständig erhalten und gilt als Musterbeispiel der neupreußischen Befestigungsweise; von den Forts A und B sind nur Reduits verblieben. Das ehemalige Garnisonlazarett aus dem Jahr 1829 zählt ebenfalls zu den erhaltenen Bauten der Militärvorstadt.

Als Stadt des Kaiserreichs wuchs Minden rasch: Zählte sie 1816 noch etwa 6.500 Einwohner, so waren es um 1900 bereits rund 25.000. Getragen wurde die Entwicklung auch vom Verkehr auf der Weser, dessen mittelalterliche Stapelrechte durch die Weserschifffahrtsakte von 1823 aufgehoben worden waren. Den entscheidenden Ausbau brachte der Anschluss an den Mittellandkanal: 1915 wurde das Wasserstraßenkreuz Minden in Betrieb genommen, bei dem der Kanal die Weser überquert und das damals als größte Anlage seiner Art in Deutschland galt.

Der Erste Weltkrieg griff auch unmittelbar in das Leben der Garnisonsstadt ein. Auf der Minderheide bestand ein großes Kriegsgefangenenlager, in dem zeitweise bis zu 25.000 Gefangene untergebracht waren. Das Infanterie-Regiment Nr. 15 und das Feldartillerie-Regiment Nr. 58 rückten 1914 mit dem VII. Armee-Korps ins Feld; nach dem Waffenstillstand kehrten die Verbände nach Westfalen zurück und wurden aufgelöst.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeſchichte

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