Saarlouis verdankt seine Entstehung dem Festungsbau Ludwigs XIV. Ab 1680 ließ der König an der Saar eine Festungsstadt errichten, um die besetzten lothringischen Gebiete zu sichern. Die Pläne stammten von Thomas de Choisy, die Ausführung folgte den Grundsätzen des Festungsbaumeisters Sébastien Le Prestre de Vauban. Es entstand eine nahezu regelmäßige, sternförmige Anlage mit sechs Bastionen, ergänzt durch die Möglichkeit, das Umland über eine Schleusenbrücke zu überfluten (Inundationsfestung). Die Stadt trug zunächst den Namen Sarre-Louis und war von Beginn an militärisch geprägt.
Mit dem Zweiten Pariser Frieden vom 20. November 1815 ging Saarlouis an Preußen über. Am 1. Dezember 1815 verließ die französische Besatzung die Stadt, am 2. Dezember 1815 erfolgte die förmliche Besitzergreifung durch den preußischen Kommissar Mathias Simon. In der Folgezeit bauten die Preußen die Festungswerke aus; die Erweiterung ab 1816 stand unter der Leitung des Generalmajors Gustav von Rauch, an den das Fort Rauch erinnert. Aus dieser Zeit stammt auch die Umbenennung einzelner Werke, so wurde die Bastion VI, ursprünglich Bastion de Vaudrevange, ab 1821 als Bastion Prinz Albrecht bezeichnet.
Mit der Entwicklung der Waffentechnik verlor die Festung im späten 19. Jahrhundert ihre strategische Bedeutung. In den Jahren 1887 bis 1889 wurde die Festung geschleift; die Militärverwaltung ordnete die Entfestigung an. Wälle und Gräben wurden teilweise eingeebnet, die Grabenzüge in städtische Grünanlagen und Alleen überführt, die den Stadtkern bis heute umschließen. Im Norden des Zentrums haben sich Reste der Wälle und Gräben erhalten. Auch Teile der Kasematten, die die frühere Festungsanlage erweiterten, sind noch vorhanden.
Die Aufhebung des Festungsstatus beendete die militärische Rolle der Stadt jedoch nicht. Saarlouis blieb preußische Garnisonsstadt. Dauerhaft prägend war das Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30, das am 3. April 1876 nach Saarlouis verlegt wurde und die Kaserne VI bezog. Die „Dreißiger“ blieben bis 1919 in der Stadt und wurden Teil des öffentlichen Lebens; 1910 wurde ihnen ein Denkmal gesetzt. 1913 kam als neu aufgestellter Verband das Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 13 hinzu, für das bei Kriegsbeginn 1914 noch keine fertiggestellte Kaserne zur Verfügung stand. Beide Verbände gehörten zur 34. Division des XVI. Armee-Korps, dessen Stab in der Festung Metz lag.
Zur Garnison zählte 1914 überdies die II. Abteilung des 4. Lothringischen Feldartillerie-Regiments Nr. 70, dessen übrige Teile in Metz standen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs mobilisierte das Infanterie-Regiment Nr. 30 am 2. August 1914; zugleich wurde in Saarlouis das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 30 aufgestellt. Die Nähe zur französischen Grenze und zur Festung Metz machte die Garnison zu einem vorgeschobenen Standort des XVI. Armee-Korps im Westen des Reiches.
Von der Festungs- und Garnisonszeit zeugen bis heute mehrere Bauten. Die Kaserne VI im Stadtkern beherbergt heute städtische Einrichtungen. Die klassizistische Kaserne X entstand 1831 bis 1833, während die Kommandantur als Barockbau auf die Gründungsjahre 1680 bis 1683 zurückgeht. Der Große Markt, ursprünglich als Place d’Armes angelegter Parade- und Exerzierplatz von rund 10.000 Quadratmetern, bildet weiterhin das Zentrum der Stadt. Auf der Vauban-Insel, einer ehemaligen Demilune, erinnert ein Denkmal an den in Saarlouis geborenen Marschall Michel Ney.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Region war eng mit der Saar und der Eisenverarbeitung verbunden. Bereits die Geschichte der nahegelegenen Dillinger Hütte war durch den Festungsbau und den Bedarf an Eisenwaren geprägt. Im Kaiserreich stand Saarlouis damit an der Schnittstelle zwischen militärischer Grenzlage und industriellem Saarrevier, das durch Eisen- und Stahlerzeugung geprägt war.
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