Garniſon Metz

Reichsland Elsaß-Lothringen
🎈 Heeresstandort und Luftschiffertruppe

Reichsland

Elsaß-Lothringen

Truppengattung

Heer, Luftschiffertruppe

Koordinaten

49.1193° N, 6.1757° O

Heutiger Name

Metz

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Über die Garniſon Metz

Mit dem Frieden von Frankfurt kam Metz im Mai 1871 zum Deutschen Kaiserreich und wurde Verwaltungssitz des Bezirks Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Stadt zum bedeutendsten Militärplatz an der Westgrenze des Reiches. Am 1. April 1890 wurde in Metz das Generalkommando des XVI. Armee-Korps errichtet, dem die 33. und die 34. Division unterstanden – beide ebenfalls in Metz stationiert. Prägende Gestalt war der erste Kommandierende General, Gottlieb von Haeseler, der das Korps von 1890 bis 1903 führte und dessen Name später auf eine der neuen Festen überging. Metz galt als Festungsplatz ersten Ranges und wurde zur stärksten Festungsstadt des Deutschen Reiches ausgebaut.

Grundlage der Festung war der von Frankreich ab 1867 begonnene und nach 1871 von deutscher Seite vollendete innere Fortgürtel mit Werken wie der Feste Alvensleben (Plappeville, 1867–1874), dem Fort Manteuffel (Saint-Julien, 1867–1875), dem Fort Goeben (Queuleu, 1867–1875) und der Feste Prinz August von Württemberg (Saint-Privat, 1872–1875); nach eigenen Entwürfen folgten bis 1881 die Forts Kameke, Schwerin und Hindersin. Ab 1899 entstand rund zehn Kilometer vor der Stadt ein äußerer Gürtel neuartiger „Festen“: dezentral gegliederte, betonierte Werkgruppen aus Batterien und Infanteriewerken, darunter die Festen Haeseler, Kronprinz und Lothringen (1899–1905), die Feste Kaiserin (1899–1908) sowie die Festen Luitpold und Wagner (1907–1910) und die Feste Leipzig (1907–1913). Ergänzt wurde der Gürtel durch Infanteriewerke wie Mey, Bellecroix und Chesny.

Zusammen mit den Festen bei Diedenhofen bildete Metz die Moselstellung, eine rund 70 Kilometer lange befestigte Linie von Sierck über Diedenhofen und Metz bis Vatimont, deren kostspieliger Ausbau bis 1914 unter dem persönlichen Interesse Kaiser Wilhelms II. betrieben wurde. Im deutschen Aufmarschplan gegen Frankreich diente die Stellung als Drehpunkt: Nördlich von ihr sollte die Masse des Heeres zum Angriff antreten, südlich standen nur schwächere Kräfte. Zu Kampfhandlungen um die Festung kam es nicht; nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 fielen die Anlagen praktisch unbeschädigt in französische Hand.

Die Garnison belegte neben den Werken des Fortgürtels zahlreiche Kasernen in der Stadt – ältere französische Anlagen wie die 1726 bis 1730 erbaute Caserne Coislin ebenso wie Neubauten der wilhelminischen Zeit. Von 1902 bis 1905 entstand zudem das Palais du Gouverneur als repräsentativer Sitz der militärischen Führung. Von den Festungswerken sind heute die meisten verlassen; einzelne dienen der französischen Armee als Lager oder Übungsgelände. Die Feste Wagner bei Verny ist als Museumsfestung zu besichtigen, das Fort Goeben (Fort de Queuleu) wird als Freizeitgelände genutzt und beherbergt eine Gedenkstätte, die an das dortige Lager aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Um 1905 lagen in Metz sechs preußische Infanterieregimenter (Nr. 67, 98, 130, 131, 145 und 174) sowie die bayerischen Infanterieregimenter Nr. 4 und 8, dazu die Dragonerregimenter Nr. 9 und 13, die Feldartillerieregimenter Nr. 33 und 34 nebst einer Abteilung des Regiments Nr. 70, das Rheinische Fußartillerie-Regiment Nr. 8 und das 1. Königlich Sächsische Fußartillerie-Regiment Nr. 12, die Pionierbataillone Nr. 16 und 20 sowie Festungs-Maschinengewehrabteilungen. Insgesamt umfasste die Garnison etwa 900 Offiziere und 24.000 Mann. In der Stadt selbst lebten rund 13.000 Militärangehörige, die etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmachten – eine der größten Garnisonen des Reiches.

Die deutsche Zeit veränderte auch das zivile Stadtbild tiefgreifend. Nach der Annexion verließen viele Bewohner die Stadt: Von 51.388 Einwohnern im Jahr 1871 blieben nach der Optionsfrist 1872 nur noch etwa 33.000; durch Zuzug aus dem übrigen Reich wuchs Metz bis 1910 wieder auf 68.598 Einwohner, davon 54.965 Zivilpersonen, von denen 14.521 aus Altdeutschland stammten. 1910 gaben 73 Prozent Deutsch als Muttersprache an. Alte Wälle wurden abgetragen, und südlich der Altstadt entstand eine großzügige Neustadt mit dem 1905 bis 1908 nach Plänen von Jürgen Kröger erbauten Hauptbahnhof und der Hauptpost (1905–1911). Dieses als „Metz Impériale“ bekannte Viertel ist heute weitgehend erhalten.

Eine Besonderheit der Garnison war ihr früher Luftschiffer-Standort: 1909 errichtete das deutsche Heer südwestlich der Stadt, zwischen Augny und dem Schloss Frescaty, eine Luftschiffhalle, die am 4. Juli 1909 mit der Ankunft des Heeresluftschiffs Z I (LZ 3) eröffnet wurde. Im Sommer 1914 lagen in Frescaty die Feldflieger-Abteilung 2, die Festungsflieger-Abteilung 1 sowie die Feldluftschiffer-Trupps 18 bis 22. Im Ersten Weltkrieg nutzte auch die Fliegertruppe den Platz, der wiederholt Ziel gegnerischer Luftangriffe war; bei Kriegsende lag hier die Jagdstaffel 11. Nach 1918 diente das Gelände als französischer Militärflugplatz (Base aérienne 128) bis zu dessen Schließung 2012; seit 2021 steht dort ein Logistikzentrum.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeſchichte

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