Garniſon Lyck

Königreich Preußen
Heeresstandort

Königreich

Preußen

Truppengattung

Heer

Koordinaten

53.8594° N, 22.0741° O

Heutiger Name

Lyck

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Über die Garniſon Lyck

Lyck lag im äußersten Südosten Ostpreußens, am Nordufer des Lycker Sees und am gleichnamigen Fluss, rund 136 Meter über dem Meer. Die Stadt bildete den Mittelpunkt des masurischen Seengebiets und lag nur wenige Kilometer von der Grenze zum Russischen Reich entfernt. Diese Grenzlage prägte ihren Charakter im gesamten Kaiserreich: Lyck war zugleich Verwaltungs-, Schul- und Marktort einer überwiegend evangelischen, masurisch geprägten Landschaft und militärischer Vorposten gegenüber dem russischen Gouvernement Suwałki. Zeitgenössisch trug die Stadt den Beinamen „Hauptstadt Masurens“.

Als Garnisonsstadt gehörte Lyck vor 1914 zum Bereich der 37. Division (I. Armee-Korps). In der Stadt lag der Stab der zugehörigen Infanterie-Brigade sowie das 2. Masurische Infanterie-Regiment „Generalfeldmarschall von Hindenburg“ Nr. 147, das etwa 1897 aufgestellt wurde und dessen III. Bataillon im benachbarten Lötzen stationiert war; für 1907 ist die Garnison in Lyck urkundlich belegt. Als Kavallerieverband lag das Dragoner-Regiment „von Wedel“ (Pommersches) Nr. 11 in Lyck. Ein Jäger-Bataillon ist für Lyck nicht belegt; die Garnison setzte sich aus Infanterie und Dragonern zusammen. Die Feldartillerie der Division war auf andere ostpreußische Orte verteilt.

Für die Unterbringung der Truppen entstanden in Lyck eigene Kasernenanlagen für das Infanterie-Regiment 147 und das Dragoner-Regiment 11. Genaue Kasernennamen und Baujahre für die Kaiserzeit ließen sich in den herangezogenen Quellen nicht zweifelsfrei belegen und werden daher nicht im Einzelnen benannt. Nach 1945 fiel Lyck als Ełk an Polen; die Stadt ist heute Kreisstadt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Der heutige bauliche Zustand der einstigen Kasernen ist aus den abgerufenen Quellen nicht gesichert dokumentiert.

Der Erste Weltkrieg machte Lyck zu einem der am härtesten umkämpften Orte Ostpreußens. Bereits zu Kriegsbeginn im August 1914 rückten russische Truppen kampflos in die Grenzstadt ein; nach der Schlacht bei Tannenberg wurde sie zunächst wieder freigegeben. Am 7. November 1914 folgte eine erneute, dritte russische Besetzung. Im Rahmen der Winterschlacht in Masuren (etwa 7. bis 22. Februar 1915) ging die deutsche 8. Armee unter General Otto von Below zur Rückeroberung über; die Kämpfe um Lyck und Augustów gaben dieser Operation zeitweise ihren Namen. Die Stadt erlitt dabei erhebliche Zerstörungen. Am 14. Februar 1915 besichtigte Kaiser Wilhelm II. das zurückgewonnene Lyck.

Die mehrfachen Besetzungen und die Frontlage machten Lyck zu einem Sinnbild der Kämpfe um Ostpreußen. Der deutsche Vorstoß in der Winterschlacht führte bis zu 150 Kilometer weit und drängte die russischen Verbände endgültig vom Reichsgebiet ab. Für die Bevölkerung bedeutete dies Flucht, Rückkehr und Wiederaufbau innerhalb weniger Monate. Der Wiederaufbau der zerstörten masurischen Orte, Lyck eingeschlossen, wurde nach 1915 zu einem eigenen Kapitel der ostpreußischen Nachkriegsgeschichte.

Im Kaiserreich wuchs Lyck stetig: von 5.743 Einwohnern (1871) über 9.981 (1890) auf 11.386 (1900, mit Garnison) und 13.428 (1910). Konfessionell überwog die evangelische Bevölkerung deutlich; für 1900 sind daneben 534 Katholiken und 189 Juden verzeichnet. Der Landkreis war stark masurisch geprägt: Bei der Volkszählung 1910 gaben im Kreis Lyck 25.755 von 55.579 Erfassten eine polnisch-masurische Muttersprache an. Die masurische Mundart wurzelte im Polnischen, war jedoch regional stark mit dem Deutschen durchsetzt.

Verkehrlich war Lyck ein Knotenpunkt der ostpreußischen Staatsbahn: Die Linie Königsberg–Prostken wurde ab 1868 eröffnet, hinzu kamen Verbindungen der Ostpreußischen Südbahn und in Richtung Allenstein–Insterburg; 1915 kam die Strecke nach Sensburg hinzu. Als Bildungsort verfügte Lyck über eine lange Schultradition — bereits 1587 wurde eine Partikularschule zur Vorbereitung auf das Königsberger Universitätsstudium eingerichtet, 1908 kam ein Königliches Lehrerseminar hinzu. Regional erschien mit der „Lycker Zeitung“ ein eigenes Blatt, das die Stadt als heimatliches und masurisches Zentrum stützte.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeſchichte

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