Garniſon Königsberg

Königreich Preußen
Heeresstandort

Königreich

Preußen

Truppengattung

Heer

Koordinaten

54.7104° N, 20.4522° O

Heutiger Name

Königsberg

Aktuelles Wetter in Königsberg

Wetterdaten werden geladen...

Über die Garniſon Königsberg

Königsberg am Pregel war die Hauptstadt der Provinz Ostpreußen, Sitz des Oberpräsidenten und des Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Königsberg — und zugleich der geschichtliche Bezugspunkt der preußischen Monarchie. Am 18. Januar 1701 krönte sich Kurfürst Friedrich III. in der Königsberger Schlosskirche als Friedrich I. zum König in Preußen; am 18. Oktober 1861 wiederholte Wilhelm I. den Akt der Selbstkrönung am selben Ort. Mit der 1544 gegründeten Albertus-Universität, an der Immanuel Kant lehrte, besaß die Stadt zudem eine der ältesten Hochschulen des protestantischen Europa. Im Kaiserreich kam die militärische Funktion hinzu: Königsberg war Sitz des Generalkommandos des I. Armee-Korps und galt nach Berlin und Metz als drittgrößte Garnison Preußens.

Als Festungsstadt durchlief Königsberg im 19. Jahrhundert zwei große Ausbauphasen. Auf Grundlage einer Kabinettsorder vom 3. März 1842 entstand zwischen 1843 und 1859 der elf Kilometer lange Hauptwall, der die Stadt vollständig umschloss und von acht architektonisch aufwendig gestalteten Toren durchbrochen wurde, darunter Königstor, Brandenburger Tor, Friedländer Tor und Sackheimer Tor. Ab 1872 folgte als Antwort auf die gewachsenen Reichweiten der Artillerie ein äußerer Fortgürtel: zwölf Forts und mehrere Zwischenwerke in acht bis zehn Kilometern Abstand vom Stadtkern, mit einem Gesamtumfang von rund 43 Kilometern. Elf der Forts wurden zwischen 1874 und 1885 errichtet, die Arbeiten zogen sich bis 1890 hin.

Die Forts entstanden nach dem Muster der Biehlerschen Einheitsforts als sechseckige Ziegelbauten mit mehrgeschossigen Kasematten; jede Fortbesatzung umfasste etwa 200 Mann aus Infanterie, Artillerie und Pionieren. Benannt waren die Werke nach preußischen Königen und ostpreußischen Adelsgeschlechtern, darunter Fort I Stein, Fort III Friedrich Wilhelm I. auf dem Quednauer Berg, Fort V Friedrich Wilhelm III., Fort VI Königin Luise, Fort XI Dönhoff und Fort XII Eulenburg. Der innere Ring verlor um die Jahrhundertwende seinen militärischen Wert: 1910 kaufte die Stadt den 318 Hektar großen Wallgürtel für 29 Millionen Mark vom preußischen Staat, das Tragheimer und das Steindammer Tor wurden geschleift, die übrigen Tore blieben erhalten.

Die Garnison des Jahres 1914 war beträchtlich. In Königsberg lagen das Grenadier-Regiment „Kronprinz“ (1. Ostpreußisches) Nr. 1, das Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ (2. Ostpreußisches) Nr. 3 sowie das Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43, dessen Teile auch Pillau belegten. Hinzu kamen das Kürassier-Regiment „Graf Wrangel“ (Ostpreußisches) Nr. 3, die beiden ostpreußischen Feldartillerie-Regimenter Nr. 16 und Nr. 52, das Fußartillerie-Regiment „von Linger“ (Ostpreußisches) Nr. 1 und das Pionier-Bataillon „Fürst Radziwill“ (Ostpreußisches) Nr. 1. Neben dem Generalkommando des I. Armee-Korps hatten auch die 1. Division sowie deren Infanterie-, Kavallerie- und Feldartillerie-Brigaden ihren Stab in der Stadt.

Die strategische Bedeutung Königsbergs ergab sich aus seiner Lage als nordöstlichste Großstadt des Deutschen Reiches, nur wenige Tagesmärsche von der russischen Grenze entfernt. Das I. Armee-Korps, dessen Ersatz sich aus Ostpreußen rekrutierte, stand bei Kriegsbeginn 1914 unter General Hermann von François im Zentrum der Abwehrkämpfe im Osten: Es focht am 17. August 1914 bei Stallupönen, am 19. August bei Gumbinnen und trug Ende August maßgeblich zur Schlacht bei Tannenberg bei, der im September die Schlacht an den Masurischen Seen folgte. Die Festung selbst wurde 1914 nicht angegriffen; ihre eigentliche Belastungsprobe erlebte sie erst 1945, als mehrere Forts im Kampf um die Stadt erobert wurden.

Wirtschaftlich lebte Königsberg von seiner Funktion als Handels- und Hafenstadt des Nordostens. Die 1860 vollendete Preußische Ostbahn verband die Stadt mit Berlin und machte sie zum Knotenpunkt des nordosteuropäischen Verkehrs; ein Seekanal verband den Hafen mit dem Vorhafen Pillau, das Hafenbecken wurde erweitert und mit einem der größten Getreidesilos des Kontinents ausgestattet, Eisbrecher hielten die Zufahrt im Winter offen. Die Einwohnerzahl überschritt 1864 die Grenze von 100.000 und stieg — auch durch Eingemeindungen — bis 1910 auf rund 246.000. Seit 1946 trägt die Stadt den Namen Kaliningrad; vom alten Königsberg zeugen heute vor allem die erhaltenen Stadttore, die Wehrtürme Dohna und Wrangel am Oberteich und der Ring der Forts im Umland.

Stationierte Einheiten und Verbände

Kasernen, Festungen und militärische Standorte

Quellen

Literatur zur Militärgeſchichte

Werbehinweis: Die vorſtehenden Buchverweiſe führen zur Suche bei Amazon. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Benachbarte Garniſonen

Depeſche einbinden

Es iſt ausdrücklich geſtattet und erwünſcht, dieſe Garniſons-Depeſche in eigene Publikationen zu übernehmen. Man kopiere den nachſtehenden Quelltext und füge ihn an geeigneter Stelle ein — die Kachel verweiſt ſodann auf dieſe Seite.